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Beziehungsklärung mit sich selbst: Innere Jugendliche – Der vergessene Teil der Inneren Kind Arbeit

  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Es gibt bereits einen Artikel, in dem ich über die Grundsätze der Arbeit mit Inneren Anteilen spreche. Hier findest Du ihn. Doch kurz zusammengefasst ist diese psychologische Herangehensweise eine Klärung der Beziehung mit früheren Versionen unserer Selbst.


In diesem Text möchte ich einen Aspekt ansprechen, der - wie ich finde - so gut wie nie besprochen und berücksichtigt wird: die Arbeit mit unseren "Inneren Jugendlichen".


Innere Kind Arbeit - Was es überhaupt damit auf sich hat


Ganz viele kennen die Arbeit mit den inneren Kindern. Bücher sind darüber geschrieben und Kurse gemacht.


Solltest Du noch nie von "Innerer Kind Arbeit" gehört haben, möchte ich das ganz kurz zusammenfassen. Im Grundsatz geht es darum, unseren kindlichen Anteilen, vor allem jenen, die verletzt, beschämt, traurig, einsam, verlassen, etc. sind, zu begegnen und ihnen in ihrer Verletzung beizustehen.

So können wir uns selbst das geben, was wir früher gebraucht hätten. Uns liebevoll zuwenden, gut zureden, umarmen und Sicherheit schenken, damit die kindlichen Gefühle Raum bekommen und sich wieder integrieren können.


Es gibt dafür auch den Fachausdruck, sich selbst "beeltern".


In den vielen Jahren der Inneren Arbeit, habe ich viel Innere Kinder Arbeit gemacht. Doch erst, seit ich angefangen habe, meinen Umgang an das Alter meiner "Inneren Kindern" anzupassen, hab ich das Gefühl, dass es zu nachhaltiger Veränderung kommen konnte.


Denn mit einem fünfjährigen Kind würden wir nicht so sprechen, wie mit einer erwachsenen Person, oder?

Auch wenn das komisch klingt und sich am Anfang auch echt komisch anfühlt, ist es sinnvoll, wirklich diese kindliche Sprache zu verwenden, wenn wir uns unseren kindlichen Anteilen zuwenden.

Probier es mal aus, ich bin gespannt, ob es auch Dir hilft.


Innere Kind Arbeit muss um Innere Jugendliche erweitert werden


Doch was irgendwie nie berücksichtigt wird in der Inneren Kind Arbeit, sind unsere Inneren Jugendlichen - jene inneren Versionen unseres Selbst, die nicht mehr Kind und auch noch nicht "erwachsen" sind.


In diesem Beitrag möchte ich eine Lanze brechen, wie wichtig es ist, sich auch mit diesen Versionen auseinanderzusetzen.


Denn nachdem ich also mit meinen inneren kindlichen Anteilen schon gut verbunden war, sie erkenne, wenn sie getriggert werden und geübt darin wurde, sie zu "beeltern", habe ich etwas gemerkt:

Ich weiche zurück vor der Auseinandersetzung mit meiner Zeit als Jugendliche.

Ich schäme mich, wenn ich an diese Zeit zurück denke.

Ich habe vielfältige innere Widerstände, mich wirklich mit dieser Zeit und mit mir in dieser Zeit zu verbinden.


Die Phase der Pubertät


Die Pubertät ist eine anstrengende Zeit.

Unsere Körper entwickeln sich in eine Richtung, die nicht immer angenehm ist.

Unsere Sexualität beginnt.

Abnabelungsprozesse finden statt.

Wir distanzieren uns von unserer Ursprungs-Familie, um herauszufinden, wer wir selbst sind.

Wenn diese Selbstwerdungsprozesse von unseren Eltern bzw. primären Erziehungspersonen in diesem Alter nicht gut begleitet werden, dann können wir uns ganz schön verloren fühlen.

Und als ich begann, mich zurückzuerinnern, bemerkte ich erst, wie verloren ich mich in dieser Zeit gefühlt habe.

Ich bemerke viel Unsicherheit, viel Anpassung, viel Resignation und gleichzeitig Ablehnung.


Ein Mix an unangenehmen Gefühlen, die damals keinen Platz hatten und nun seit vielen Jahren erfolgreich unterdrückt wurden.

Diese Anteile nach Hause holen.

Es ist wichtig, auch diesen inneren Anteilen von uns, unsere Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken. Auch ihnen das zur Verfügung zu stellen, was sie damals gebraucht hätten: bedingungslose Liebe.


Diese verloren gegangenen Anteile, führen zu einer Zerstückelung unserer Person, unserer Geschichte, unseres inneren Systems.

 

D.h., dass wir innerlich mit genau diesen Anteilen, bei denen wir einen Widerstand verspüren, vielleicht eine Scham, wie wir uns damals verhalten haben oder was wir getan haben oder mit uns haben tun lassen, in Kontakt kommen müssen, um diese Beziehung zu klären.

 

Denn so können wir ein Zuhause für genau diese Anteile werden.


Frieden schliessen mit uns selbst.

Und auch ist es ein kontinuierlicher Prozess, in dem es wichtig ist, unsere Haltung und auch unsere Sprache anzupassen.

Ich merke sofort, wenn ich mit einem meiner Anteile streng werde, denn dann ziehen sie sich zurück.

Wenn ich urteile, anstatt zu akzeptieren.


Dann verliere ich das Vertrauen zu mir selbst.

Also nehme ich das in Mitgefühl wahr und wende mich der Strenge in mir zu und biete ihr ein liebevolles Zuhause, damit sie sich entspannen kann.


Frieden im Aussen beginnt im Inneren


Das ist die Einladung an Dich, mal zu sehen, wie es Dir mit Deinen jugendlichen Versionen von Dir selbst geht. Wo Du Dich hingezogen fühlst und wo Du vielleicht eine Ablehnung wahrnimmst.


In Dich hineinzufühlen und überall dort, wo Du Ablehnung wahrnimmst, genauer hinzusehen und auch diese Anteile in Dein Herz zu schliessen.


Denn jede Version Deiner selbst hat es verdient, geliebt zu werden.


Und wenn wir das mit jenen Anteilen von uns schaffen, die wir schon so lange verurteilt und ausgegrenzt haben, dann gelingt es uns vielleicht auch bei anderen Menschen.


Dann können wir uns für den Frieden in der Welt einsetzen. Denn das gelingt erst, wenn wir wirklich im Frieden mit all unseren inneren Anteilen sind.


Von Herzen  

Anna Baubin Psychologische Beraterin für Beziehungen aller Art in Zürich


Praxis der inklusiven, systemischen Beziehungsberatung für Einzelpersonen und Paare*


Anna Baubin | Psychologische Beraterin in Zürich




*Paar, Substantiv, (n)- zwei durch eine (wie auch immer geartete) Beziehung miteinander verbundene Menschen.



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